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sicher.mobil.leben - Radfahrende im Blick

RKN Bild sicher.mobil.leben 2021
sicher.mobil.leben - Radfahrende im Blick
Länderübergreifende Verkehrssicherheitsaktion am 5. Mai 2021

Seit dem Jahr 2018 findet die länderübergreifende Verkehrssicherheitsaktion „sicher.mobil.leben“ mit immer wechselnden Schwerpunktthemen statt. In den vorherigen Jahren hatte die Polizei „Brummis im Blick“ oder das Schwerpunktthema war „Ablenkung“, denn der Fokus gehört „on the road“ und nicht auf das Smartphone während der Autofahrt. Im vergangenen Jahr 2020 musste die Präventionsaktion pandemiebedingt pausieren. 

Gerade in der Pandemie halten sich viele Menschen draußen auf und nutzen möglicherweise ihr Fahrrad, um den überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem Weg zu radeln. Daher hat sich die Polizei bundesweit als Ziel gesetzt, alle Verkehrsteilnehmer für die besonderen Anforderungen rund um den Radverkehr zu sensibilisieren. Fokus der Aktion „sicher.mobil.leben - Radfahrende im Blick“ sind Maßnahmen der Verkehrsüberwachung und Verkehrsunfallprävention, die zur Reduzierung der Anzahl von getöteten und schwerverletzten Radfahrern beitragen. 

Nach wie vor sind es die schwachen Verkehrsteilnehmer, die bei Unfällen ein besonderes Verletzungsrisiko tragen. Aus der Verkehrsunfallstatistik des Rhein-Kreis Neuss ist für das Jahr 2020 leider ein signifikanter Anstieg von 51 verletzten oder getöteten Fahrradfahrern (inklusive Pedelecfahrern) zu verzeichnen. 

Folgende Schwerpunkte hat die Kreispolizeibehörde Rhein-Kreis Neuss sich für den 5. Mai gesetzt.
 

Ablenkung - Fokus auf den Verkehr

Von Verkehrsunfällen durch Ablenkung sind auch Radfahrer betroffen. Sei es, dass der Kraftfahrzeugführer abgelenkt ist oder dass der Radfahrer seinen Fokus nicht auf den Verkehr gerichtet hat. Im Straßenverkehr laufen komplexe Bewegungsvorgänge ab. Zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern entstehen komplizierte Fahrbeziehungen. Manch einer kommt hier an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Er kann die gestellten Anforderungen an Wahrnehmungs- und Entscheidungskompetenz nur gerecht werden, wenn er mit allen Sinnen uneingeschränkt dem Verkehrsgeschehen folgt.  

Eine beobachtende Untersuchung hat gezeigt, dass circa 13% aller Verkehrsteilnehmer während der Fahrt zeitweise abgelenkt sind. Den größten Anteil dabei machten die Smartphonenutzer aus. Eine Befragung ergab, dass mehr als 50% das Handy während der Fahrt zumindest sporadisch nutzen. 

Die Nutzung eines Smartphones zum Schreiben einer Nachricht erhöht das Risiko eines Unfalls um fast das Sechsfache. Für den Fahrenden ist dies jedoch ein abstraktes Risiko, während die ständige soziale Anbindung an Familie, Freunde und Bekannte über das Smartphone real und verlockend ist. Da der Fahrzeugführer die Erfahrung gemacht hat, dass bisher ja nichts passiert ist, gibt er sich der trügerischen Sicherheit hin und chattet - bis es dann doch passiert und er, vielleicht für immer, offline ist. 

Tätigkeiten bei denen man nicht mit allen Sinnen beim Straßenverkehr ist, verbieten sich bei klarem Nachdenken eigentlich von selber. 
Deshalb sollte man sich vor Fahrtantritt die Gefahren der Smartphonenutzung noch einmal klar machen und falls das Handy zu verlockend ist, sollte man mit dem Gedanken spielen, es während der Fahrt in den Flugmodus zu schalten.   

Parkverbote - Behinderungen vermeiden

Schutzzonen achten! Fahrradschutzstreifen dürfen nicht zum Parken oder Halten benutzt werden. 
Mal eben schnell rechts anhalten und in den Laden, noch Brötchen für das Frühstück mit den Kollegen besorgen: „Ist doch nicht so schlimm. Der Radfahrer kann doch ausweichen.“ Stimmt, es ist nicht so schlimm, sondern brandgefährlich!
Der Radfahrer, ohne schützende Blechrüstung, muss in den fließenden Verkehr dem parkenden Auto ausweichen mit der Gefahr, von einem PKW oder LKW erfasst zu werden. 

Drei Frühstücksbrötchen und ein verletzter Radfahrer?
Parken und Halten auf Geh- und Radwegen ist tabu!

Sichtbarkeit für mehr Sicherheit

Nimm mich wahr! Eine gute Erkennbarkeit von Rad- und Pedelecfahrern ist elementar für die Vermeidung von Gefahrensituationen. Bekleidung und Beleuchtungseinrichtungen sollten darauf ausgelegt sein. Tragen Sie helle und reflektierende Kleidung! Sehen und gesehen werden ist ein alter Grundsatz in der Verkehrssicherheit.

Dunkel gekleidete Personen werden in der Dämmerung und Dunkelheit erst in einer Entfernung von 25 Metern von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen. Bei Tempo 50 beträgt der Anhalteweg eines Autos aber schon ungefähr 28 Meter. Gerade in der Dämmerung erhöhen auffällige Neonfarben die Sichtbarkeit. Reflektierende Elemente können bis zu 150 Meter auch in der Dunkelheit bei Lichteinfall erkannt werden.

Neben spezieller Kleidung gibt es Westen, sogenannte „Klack-Bänder“, Reflektoren und Überwürfe aus entsprechenden Materialien und Farben. Fußgänger und Radfahrer können so von anderen Verkehrsteilnehmern rechtzeitig erkannt werden und sind wesentlich sicherer unterwegs.

Schütze Deinen Kopf!

Auch wenn keine Helmpflicht für Radfahrer in Deutschland besteht, empfiehlt ihn die Polizei im Rhein-Kreis Neuss! Viele Gesichts- und Kopfverletzungen können durch das Tragen eines Fahrradhelmes verhindert werden. Fahrradhelme retten Leben!

Eine Studie des UDV (Unfallforschung der Versicherer) mit dem Institut für Rechtsmedizin München und dem Uniklinikum Münster kam schon 2013 zu diesem Ergebnis. Bei 543 untersuchten Unfällen kamen 117 Radfahrende zu Tode. Nur 6 trugen einen Helm und bei 50% war ein Schädel-Hirn-Trauma die Ursache. Wer einen Helm trägt, hat ein 52% geringeres Risiko eines schweren Hirntraumas und ein 44% geringeres Risiko an den Folgen des Unfalls zu versterben.

Vermeintliche Gründe den Helm nicht zu tragen, reichen von „unbequem am Kopf“ über „meine Frisur geht kaputt“ bis hin zu „sieht nicht gut aus“. 
Diesen doch eher subjektiven Gründen steht die abstrakte Gefahr einer schweren Schädel-Hirn-Verletzung mit schweren neurologischen Ausfällen bis hin zum Pflegefall gegenüber. Bei einer sachlichen Abwägung kann die Entscheidung also nur für einen Helm fallen.
Ach ja: Die entgegenstehenden Gründe lassen sich mit Geschick und Phantasie meist leicht entkräften.

Der Polizei ist bewusst, dass der Helm nicht vor einem Unfall schützt - er kann aber die Folgen minimieren! 

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