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Vorsicht vor Betrügern!

Opferanruf
Vorsicht vor Betrügern!
Gerade Senioren sind oft das Ziel von Trickbetrügern

Ob per Telefon oder an der Wohnungstür, Betrüger versuchen auf verschiedenen Wegen und in vielfältigen Formen, an Geld und Wertsachen ihrer Opfer zu kommen. Gerade Senioren sind oft das Ziel der Täter.

Der Enkeltrick
Es kommt immer wieder zu betrügerischen Anrufen, bei denen sich die Täter als Enkelin oder Enkel der angerufenen Personen ausgeben. Dabei überrumpeln sie ihre Opfer bewusst: „Rate mal, wer hier ist…?“ Geht man darauf ein, haben die Betrüger bald den passenden Namen, bauen Vertrauen auf und kommen dann schnell zum eigentlichen Thema: man benötige dringend Geld…und ob die liebe Oma oder der liebe Opa nicht etwas Bargeld daheim habe? Zum Abholen müsse man aber einen Freund schicken.

Der falsche Polizist
Leider ist auch das Vorgehen als „falscher Polizist“ sehr häufig. Hierbei wird der/dem Angerufenen erzählt, das eigene Gut sei durch Diebesbanden in Gefahr, denn ihr/sein Name sei als mögliches Ziel auf einer gefundenen Liste verzeichnet. Gleich wird nach Geld und Wertsachen gefragt, die man zu Hause habe. Um Bargeld, Schmuck oder sonstige Wertsachen zu schützen, solle man alles am besten bei der „Polizei“ lagern, „hilfsbereite Kollegen“ würden es abholen.
 

Vom Handwerker bis zum Servicemitarbeiter
Auch falsche Mitarbeiter von Telekommunikationsunternehmen oder Handwerker gehören zum Repertoire der Betrüger. Diese stehen unangekündigt vor der Tür, wollen in die Wohnung, um nach Anschlüssen, Rohren oder ähnlichem zu sehen - die Palette an vorgeblichen Gründen ist weit. Oft ist ein zweiter Täter im Spiel, der unbemerkt in die Wohnung gelassen wird und diese durchsucht, während etwa der falsche Handwerker das Opfer ablenkt.
Auch Anrufe von angeblichen Microsoft-Mitarbeitern sind schon vorgekommen. Machen Sie sich bewusst: haben Sie die Handwerker selbst bestellt? Den Telekom- oder Stadtwerke-Mitarbeiter angefordert? Wenn nicht, seien Sie misstrauisch. Seriöse Unternehmen nehmen in der Regel nicht unaufgefordert Kontakt auf und fragen auch nicht nach Vermögensverhältnissen oder den Kontodaten.
Auch Geschäftsabschlüsse an der Wohnungstür oder spontan angebotene Dienstleistungen sollten Sie mit Vorsicht betrachten.

Gewinnversprechen
Insbesondere ältere Bürgerinnen und Bürger, aber auch all jene, die sich von einem in Aussicht stehenden Gewinn blenden lassen, werden Opfer von falschen Gewinnversprechen per Telefon. Aus sogenannten Call-Centern agierende Täter, die sich unter anderem als Rechtsanwälte oder Notare ausgeben, behaupten, die Angerufenen hätten einen Geld- oder Sachpreis gewonnen. Die Auszahlung oder Überführung würde jedoch davon abhängen, dass die vermeintlichen Gewinner im Voraus bestimmte Gebühren, Steuern oder andere Kosten bezahlten. Für die Begleichung nennen die Täter den Opfern verschiedene Möglichkeiten, wie beispielsweise den Erwerb von Gutscheinkarten, wie es sie an Supermarktkassen oder Tankstellen von verschiedenen Online-Unternehmen gibt, oder den Versand der Geldbeträge per Post als Brief oder Päckchen. Unabhängig von der gewählten Bezahlungsmethode erfolgt keine Gewinnausschüttung - ein Gewinn existiert nicht!

Die Täter sprechen in der Regel deutsch. Sie sind redegewandt, skrupellos und üben massiv Druck auf ihre Opfer aus. Um die eigene Glaubwürdigkeit zu erhöhen, manipulieren die Betrüger mitunter gezielt die eigene Rufnummer, die im Telefondisplay des Opfers erscheint. Dies ist über eine Software technisch möglich und nennt sich "Call ID Spoofing".

Die Vorgehensweisen sind sehr unterschiedlich, in allen Fällen wollen jedoch die Betrüger nur eines: an Geld und Wertsachen der Angerufenen kommen.
Da diese Versuche leider immer wieder vorkommen, rät die Polizei:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand Ihnen nicht mit Namen vorstellt! Oft suchen die Täter über Telefonbucheinträge nach älter klingenden Namen und beginnen ihr Gespräch als vermeintlicher Enkel mit „Rate mal, wer hier ist…“
  • Gehen Sie keinesfalls auf Forderungen nach Geld ein und legen Sie auf. Rufen Sie die jeweilige Person über die altbekannte Nummer an, dies wird im Zweifelsfall schnell Klarheit verschaffen.
  • Schenken Sie telefonischen Gewinn-Versprechungen keinen Glauben - insbesondere wenn die Einlösung des Gewinns an Bedingungen geknüpft ist! Leisten Sie keinerlei Vorauszahlungen auf versprochene Gewinne - ein seriöses Unternehmen wird die Gewinnausschüttung niemals von einer Vorauszahlung abhängig machen! Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen - Notare, Angestellte von seriösen Firmen oder Angehörige deutscher Strafverfolgungsbehörden würden Sie niemals am Telefon zu einer Geldüberweisung nötigen oder bedrängen!
  • Die Polizei wird Sie am Telefon niemals nach dem Aufbewahrungsort von Wertgegenständen und/oder Bargeld befragen, auch nicht nach persönlichen Daten zum Abgleich. Sollte ein Anrufer sich als Polizist ausgeben und behaupten, Ihr Namen stünde auf einer dubiosen Liste, seien Sie skeptisch und beenden Sie das Gespräch.
  • Seien Sie generell misstrauisch, wenn Unbekannte sich nach Ihren Vermögensverhältnissen erkundigen!
  • Lassen Sie Fremde nicht einfach in Ihre Wohnung! Schauen Sie durch den Türspion oder das Fenster immer zuerst nach, wer dort steht.
  • Bei Amtspersonen lassen Sie sich den Ausweis zeigen, rufen Sie gegebenenfalls selbst bei der Behörde an. Suchen Sie die Nummer dazu selbst heraus.
  • In allen Fällen gilt: informieren Sie die echte Polizei, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt oder Sie Opfer eines Betruges geworden sind, entweder über 02131-3000 oder über den Notruf 110.

Auch, wenn es Ihnen unangenehm ist, dass Sie bereits Opfer geworden sind: Zögern Sie nicht, sich bei der Polizei zu melden! Betrüger - in welcher Rolle auch immer - gehen sehr geschickt vor, überrumpeln und verunsichern ihre Opfer.
Durch Ihre Aussage können Sie vielleicht dazu beitragen, den Tätern auf die Spur zu kommen.


Hilfreiche Tipps zu den einzelnen Fällen finden Sie unter folgendem Link:
https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/